Archiv für den Monat: März 2013

Bildung heute

Wenn man sich einmal genau ansieht, mit welch ineffektiven Methoden in den allermeisten Schulen heute noch ein Wissen vermittelt wird, dass praktisch alle Schüler zum überwiegenden Teil nie verwenden werden, kann einen eigentlich nur das kalte Grausen packen.

Das Wesen dieses Systems, ist dass des Nürnberger Trichter: Es fesselt den Lernenden (in den meisten Fällen) formal an seinen Sitzplatz und nötigt ihn, dieses Wissen (nur) mit den Augen und den Ohren in sich hinein zu stopfen. Für das Lernen in diesem System des zum Stichtag geprüften Wissens hat sich der anschauliche Begriff des Bulimielernens eingebürgert. Von dem gepaukten oder gar auswendig gelernten Stoff bleibt langfristig kaum etwas hängen.

Fähig- und Fertigkeiten, die für ein Leben in einem marktwirtschaftlichen System nötig sind, spielen in den Lehrplänen dagegen eine untergeordnete Rolle – auch wenn es viele engagierte Lehrer gibt, die ihren Schülern mehr als nur den “Stoff” vermitteln wollen.

Wir müssen uns aber ernsthaft fragen, ob das alles ist, was wir unseren Kindern mit auf den Weg geben wollen. Ich meine, dass es in erster Linie darauf ankommen muss, sich im Alltag und im politischen Leben besser zu Recht finden. Dazu muss man lernen, mit knappen Mitteln zu haushalten, die Qualität und Funktionsfähigkeit von Gütern einzuschätzen und was es heißt, eine Vereinbarung zu treffen und sie zu erfüllen. Was es heißt, als Gruppe ein Projekt zu bearbeiten oder eine Regel festzulegen, an die sich später alle halten müssen, ist für das wirkliche Leben viel wichtiger als mal gewusst zu haben, wie die Landeshauptstädte aller deutschen Bundesländer heißen.

Weil Schule die Menschen auf das Leben vorbereiten muss und dabei nicht die natürliche Neugier der Menschen ersticken darf, haben wir diesen Blog eingerichtet.